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WELCHE KRITIK IST BOSSING?

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Guten Tag, liebe Leserin, lieber Leser!

Liebst Du Kritik? Freust Du Dich über Kritik und bist Kritikern dankbar? Ehrlich?
Erzählst Du Dir selbst auch immer wieder das Märchen von der „helfenden Kritik“, die proaktiv, konstruktiv und damit eigentlich doch ganz und gar POSITIV ist?

Warum macht Kritik trotzdem immer wieder ärgerlich?
Klar, das Wort ist zunächst meist negativ belegt, wir assoziieren mit Kritik eher Bemängelung als Lob. Die eigentliche Bedeutung des Wortes (Kritik meint „Beurteilung“ und könnte theoretisch auch positiv ausfallen) hat sich im Alltagsgebrauch verwandelt in Beanstandung oder eben negative Beurteilung, also Abwertung. Wer etwas kritisiert, möchte es „verbessern“. Wirklich?

Abgesägt

Scharfer Schnitt

Geht es nicht oft einfach nur darum, Dinge oder Personen negativ zu beurteilen, weil sie nicht unseren Erwartungen entsprechen und wir sie deshalb nicht in Ordnung finden? Ich glaube, Kritik drückt allzu oft einfach unsere subjektive Unzufriedenheit mit einer Situation, einem Produkt oder einer Verhaltensweise aus, unseren Frust darüber, dass etwas oder jemand nicht so ist, wie wir uns das wünschen. Wir haben ja Gründe für unsere Wünsche. Und die werden offensichtlich nicht erfüllt. Also fühlen wir uns einfach berechtigt, zu kritisieren.
Scheinbar tun Chefs das besonders gern. Ein Prozess läuft nicht reibungslos, ein Verhalten stört das Klima im Team oder eine Leistung entspricht nicht den Erwartungen – jedes Mal hagelt es Kritik! Und egal, wie freundlich und geduldig sie vorgetragen wird, wir mögen es NICHT! Seien wir doch ehrlich: Niemand wird gern kritisiert!

Nehmen wir trotzdem an, dass der Kritiker „helfen“ will, dass es die Absicht ist, mit seiner Kritik zur Verbesserung beizutragen. Was ist selbst in diesem Fall Deine erste Reaktion? Na – hörst Du Deine innere Stimme?
Richtig: Du prüfst, ob die Kritik „berechtigt“ ist! Du machst einen blitzschnellen Kompetenztest:
– Kann der/die KritikerIn überhaupt sachgerecht urteilen?
– Steht es ihm/ihr zu, ein Urteil auszusprechen?
– Kann/weiß er/sie dass wirklich besser als Du?
– Sind alle Faktoren und Umstände berücksichtigt?
– Trägt das Urteil zur Lösung bei?
– Musst Du Dir die Kritik „gefallen lassen“?
Natürlich könntest Du einer Kritik kaum widersprechen oder Dich dagegen wehren, wenn alle diese Fragen unzweifelhaft mit JA beantwortet würden. Aber das werden sie ja nicht! Zunächst fühlt sich Dein Selbstbewusstsein bei Kritik IMMER ungerecht behandelt. Denn Du kennst ja die Unzulänglichkeiten, die den/die Kritikerin selbst auszeichnen! Du weißt doch auch, dass niemand fehlerfrei ist. Und genau das fällt Dir in diesem Moment auch ein. Noch genauer: Du erinnerst Dich sogar bildlich an den Moment, in dem Du Dich über einen Fehler genau dieser Person geärgert hast, die Dich jetzt kritisiert!
Wenn wir ehrlich sind, geben wir zu, dass Kritik uns nicht freut. Auch dann nicht, wenn wir dahinter eine gute (helfende) Absicht vermuten können. Aber wenn sie uns wenigstens ein bisschen berechtigt erscheint, akzeptieren wir sie doch. Nur berechtigt sollte sie schon sein. Alles klar, lieber Leser, liebe Leserin?

Was das mit Bossing zu tun hat? Nun, mobbende Chefs nutzen genau deshalb Kritik besonders gern als Instrument für ihren Psychoterror. Sie wissen, dass wir uns ärgern und sie wollen uns ärgern! Es ist nämlich ganz einfach, Kritik „berechtigt“ aussehen zu lassen!

Selbst wiederholte, ganz offensichtlich ungerechtfertigte Kritik geben mobbende Chefs immer noch als „helfenden Hinweis“ aus. Sie zelebrieren die immer gleichen Rituale – vom kritischen Blick und der wiederholten Ermahnung über die verschärfte Kontrolle bis hin zur direktiven „Maßnahme“, um Dir und anderen Deine Unzulänglichkeiten bewusst zu machen. Egal, was Du tust und wie gut etwas in Deinen Augen gelingt, diese Art von Chef findet immer noch etwas, was Du besser machen könntest. Sprüche wie „wer aufhört besser zu werden, wird schlechter“ stehen fast über jeder Begegnung. Und natürlich wollen sie Dich davor bewahren, schlechter zu werden – noch schlechter, als Du in ihren Augen ohnehin schon bist. Denn so wie Du bist, bist Du ja ganz offensichtlich nicht gut genug. Du musst dringend verbessert werden, also Dich selbst verbessern!
Puh, das klingt scheußlich ironisch. Aber mal Hand aufs Herz – kennst Du nicht auch einige Fälle, in denen Kritik von Vorgesetzten genau so eingesetzt wird?
Logischerweise sind solche Chefs dann auch schnell dabei, Dir mangelnde Kritikfähigkeit zu bescheinigen, wenn Du widersprichst oder gar anfängst, Dich gegen ungerechtfertigte Kritik zu verteidigen. Sei es, dass ein verpatzter Termin gar nicht von Dir verursacht wurde – Du hättest ja mitdenken können. Ein anderer Kollegen behindert Deine Arbeit – Du müsstest eben durchsetzungsstärker sein! Dir fehlen wichtige Informationen – da gibt es eine Holpflicht! Du erreichst einen wichtigen Gesprächspartner nicht – etwas mehr Vorausschau hätte das Problem gar nicht erst entstehen lassen. Mit einem Wort – Du hast Defizite!

Diese Art Chef sieht es als ihre Aufgabe an, Dir Deine Defizite bewusst zu machen. Du musst ständig an Dir arbeiten, um die hohen und ununterbrochen wachsenden Erwartungen zu erfüllen. Falls Du dabei Hilfe benötigst, kannst Du es ja sagen – aber etwas eigener Einsatz muss schon erst mal sein. Melde Dich erst, wenn Du nicht weiter kommst! Deine „Performance“ musst Du schon selbst optimieren!
Seltsamerweise gehen solche Chefs nicht mit jedem so um. Das wäre auch viel zu anstrengend! Außerdem würden sie sich damit ja allgemein unbeliebt machen. Sie haben aber durchaus auch ihre Favoriten, die sie wertschätzen, loben und bevorzugen. Nicht alle in ihrem Umfeld werden von ihnen gemobbt.
Warum tun sie es dann mit einzelnen? Wir wird man zum Bossing- Opfer?
Auf diese Frage gebe ich sehr gern ausführlich Auskunft. Du bekommst eine persönliche und vertrauliche Antwort, wenn Du es für dich selbst genauer wissen willst. Nimm Kontakt mit mir auf und wir sprechen darüber. Hier nur so viel: Die Gründe und auch die Vorgehensweisen sind in jedem Fall ganz individuell von den jeweils beteiligten Personen abhängig. Aber zum Bossing gehören immer mindestens Zwei! Und mindestens Einem kann geholfen werden: Gegen Bossing kannst Du Dich mit der für Dich passenden Strategie wehren.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut, falls Du betroffen bist – und einen guten Freund, der Dich mit der richtigen Strategie unterstützt. Und wenn Du mit Bossing kein Problem hast, dann bedanke Dich mal bei Deinem Chef – es hätte schlimmer kommen können!

Auf jeden Fall aber wünsche ich Dir einen grandiosen Sommer – und weiter viel Erfolg

Deine Karin Rasmussen

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